Bestimmung der Karbonatisierungstiefe

Die Bestimmung der Karbonatisierungstiefe führen wir nach DIN EN 14630:2006(D) durch. Die Prüfung ist ein wichtiges Untersuchungsverfahren zur Beurteilung des Zustands von Beton- und Stahlbetonbauteilen. Sie liefert Informationen über das Risiko einer Korrosion der Bewehrung und ist damit insbesondere bei der Bauwerksdiagnostik sowie als Grundlage für die Planung, Instandsetzung und Sanierung von Bauwerken im Ingenieurbau von Bedeutung.

Zur Bestimmung der Karbonatisierungstiefe wird eine frische Betonbruchfläche hergestellt und mit einer Phenolphthalein-Lösung besprüht. Nicht karbonatisierter Beton weist einen hohen pH-Wert auf und verfärbt sich durch den Indikator violett bzw. rotviolett. Der karbonatisierte Bereich bleibt dagegen weitgehend farblos. Der Abstand zwischen der Betonoberfläche und der sichtbaren Farbumschlaggrenze wird gemessen und als Karbonatisierungstiefe des Betons dokumentiert.

Erreicht die Karbonatisierungsfront die Bewehrung, kann die schützende Passivierung des Bewehrungsstahls aufgehoben werden. In Verbindung mit Feuchtigkeit und Sauerstoff besteht dann die Gefahr von Bewehrungskorrosion und daraus resultierenden Betonschäden. Die Ergebnisse der Untersuchung liefern wichtige Erkenntnisse für die fachgerechte Planung einer Instandsetzung oder Sanierung.

Die Untersuchung der Karbonatisierungstiefe ist daher ein wichtiger Bestandteil der Betonuntersuchung und Bauwerksdiagnostik und kommt unter anderem bei Parkhäusern, Tiefgaragen, Industriebauwerken und Fassaden sowie bei zahlreichen weiteren Stahlbetonbauwerken zum Einsatz. Sie schafft eine fundierte Grundlage für die Bewertung des Bauwerkszustands und die weitere Planung von Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen.